Wie digitale Lösungen ihr Kerngeschäft stärken, auch wenn ihre Branche nicht primär online ist

Jörg Herbst
CEO
8. December 2020

Zeit- und ortsunabhängig Beratung anbieten

Saatgutanbieter KWS lässt von uns die Software für ihren digitalen Landwirts-Service entwickeln, dessen digitale Tools und Rechner bei relevanten Entscheidungen rund um den Anbau helfen und so optimale Erträge ermöglichen​.

Nichts Geringeres als einen ​digitalen Rund-um-Service​ bietet die KWS Saat ihren Kunden mittlerweile zusätzlich zu ihrem Kerngeschäft an, welches sich mit der Pflanzenzüchtung sowie dem Verkauf von Saatgut beschäftigt. Ein Angebot von mehr als ​20 verschiedenen digitalen Lösungen und Tools​ sorgt dafür, dass Kunden der KWS, also Landwirte in 70 Ländern mit unterschiedlicher Anzahl und Größe an Wirtschaftsflächen, allein durch die Nutzung dieser Tools Ressourcen effizienter nutzen und Produktionsprozesse im Pflanzenbau optimieren können.

Sie beweisen damit, ​dass Digitalisierung in allen Branchen und Bereichen Sinn ergeben kann​ – auch wenn die Branche an sich nicht digital ist. In diesen Fällen kommt es darauf an, die richtigen Prozesse zu identifizieren​ und diese digital effizienter zu machen.

Wir sind sehr stolz darauf, dass wir unseren Kunden in so einem existenziellen Wirtschaftszweig mit der Entwicklung von maßgeschneiderter Software unterstützen können, um ihr digitales Angebot zu verbessern und zu erweitern.

Digitale Lösungen können den Lebenszyklus eines Produkts für Kunden attraktiver machen

Die KWS ist eines der führenden Pflanzenzüchtungsunternehmen weltweit mit Tradition. Seit mehr als 160 Jahren züchtet und verkauft das familiengeprägte Unternehmen zum Großteil Mais-, Zuckerrüben-, Getreide-, Raps-, Sonnenblumen- und Gemüsesaatgut. Der erwirtschaftete ​Umsatz im Geschäftsjahr 2018/2019 betrug 1,3 Mrd. Euro.

Kunden können sich bei KWS aber nicht nur auf qualitativ hochwertiges Saatgut verlassen, sondern auch auf einen umfassenden Service in Form der Online-Plattform myKWS, den KWS u.a. mit newcubator als Softwaredienstleister entwickelt und erweitert.

„Mit myKWS haben wir uns das Ziel gesetzt, unseren Kunden einen Service bereitzustellen, der sie ganzheitlich über den landwirtschaftlichen Zyklus unseres Saatguts hinweg digital unterstützt. Wir glauben an unser Saatgut und wollen, dass unsere Kunden das beste Ergebnis daraus erzielen können. Daher bieten wir für einige Saatgut-Varianten sogar einen Mehrwert-Service, der im Falle eines Umbruchs den Kunden direkt oder indirekt finanziell entschädigt. Natürlich sollen sämtliche Anwendungen für den Landwirt möglichst einfach zu nutzen sein.“, erklärt Mark Bieri, Team Lead Digital Farming Solutions bei KWS.

Der Erfolg der Tools, z.B. zur Auswahl des passenden Saatguts, ist für die Landwirte messbar.

Als KWS nun in unserem jüngsten Projekt den Mehrwert-Service auch auf das Produkt Mais ausweiten wollte, haben wir auf unsere bewährten Methoden zurückgegriffen.

Eine unternehmensweite digitale Plattform kann technische und fachliche Synergien im Unternehmen ergeben

Die Vision der KWS für den Mais-Mehrwert-Services war es, Mais-Saatgut-Kunden eine zeitlich sowie örtlich unabhängige, digitale Beratung bereitzustellen, mit der im Falle eines Umbruchs 50 % der Saatgutkosten erstattet werden. Damit fügt sich dieser Service nebenden bereits verfügbaren Funktionen zur Planung der Aussaat sowie zur Ermittlung des besten Erntezeitpunktes für Mais optimal in den Rund-um-Service ein.

„Die Zusammenarbeit zwischen der KWS eigenen IT sowie unseren Fachbereichen und newcubator ist sehr gut. Wir haben regelmäßige und themenbezogene Meetings in denen wir unsere Anforderungen platzieren und zielführende Lösungen von newcubator erhalten.“ **"Teilweise gehen aus diesen Meetings ganz neue Lösungsansätze hervor, die wir bis dahin nicht bedacht hatten. Diesen konstruktiven Austausch mit newcubator schätze ich sehr.“**​, betont Mark Bieri.

Im Falle des Mais-Mehrwert-Services war die grobe Basis der Entwicklung folgende Anforderungen:

  • Erfassung von Schäden
  • Erfassung von zu leistenden Erstattungen
  • Hochladen von Lieferscheinen zur Validierung des Kaufs

Zudem sollte die Funktionalität direkt zum Rollout in mehreren Ländern verfügbar sein, darunter Deutschland und Großbritannien.

Obwohl es sich hier fachlich gesehen um eine eigene Produktlinie mit eigenen Anforderungen und Besonderheiten handelt, konnte technisch gesehen auf einen online bereits verfügbaren weiteren myKWS-Mehrwert-Service zurückgegriffen werden: den Rüben-Mehrwert-Service.

Für KWS bedeutete dies natürlich ein​ sehr kosteneffizientes Vorgehen​, da ein Teil der Technik „lediglich“ übernommen und erweitert werden musste. So profitierte die Business Unit für Mais von den bereits bestehenden Elementen der Business Unit für Rüben. Aber auch anders herum waren ​Synergien​ bemerkbar: Einige Anforderungen für den Mais-Mehrwert-Service konnten auch nachträglich für die Rüben-Variante übernommen werden.

Ein agiles Projektvorgehen sorgt für ein durchdachteres digitales Produkt, das am Markt funktioniert

Wie hat nun das konkrete Projektvorgehen im Falle des Mais-Mehrwert-Services ausgesehen? Es ist immer einfacher über eine bereits entwickelte digitale Lösung zu sprechen und diese zu optimieren, als theoretisch zu diskutieren. Daher erhält die KWS von uns grundsätzlich ​schnellstmöglich Software zum „Anfassen“ in Form eines MVPs​ (Minimal Viable Product). So auch im Fall des Mais-Mehrwert-Services.

Die Erstellung hat mit unserem fünfköpfigen Entwicklerteam ca. vier Wochen gedauert. Ziel des MVPs war es, mit dem Mais-Mehrwert-Service einen ersten Schaden melden zu können. Das Projektteam bei KWS hat das MVP dann auf Herz und Nieren getestet und geprüft. So wurden erste kleine Fehlfunktionen direkt identifiziert und behoben.

Im Anschluss an das MVP hat das Projektteam dann agil an den Funktionen gearbeitet, die zur Vervollständigung des Projektes angefordert waren.

Für KWS hat dieses Vorgehen den Vorteil, dass sie während der Produktentwicklung ​**regelmäßig testen und Feedback dazu geben können, wie sich ihre Anforderungen in der Praxis anfühlen. Passte etwas nicht, dann haben wir darüber gesprochen und es verändert. So sind auch gewisse Edge-Cases, die sich meist in der Theorie nicht erkennen lassen, gut im Funktionsumfang abgebildet worden.

„Nach dem Go-live im Frühjahr 2020 sind bereits mehrere Tausend Flächen für den Mais-Mehrwert-Service registriert worden. ​Unsere Kunden nutzen den neuen Service zusätzlich zu den bereits bekannten myKWS-Tools und Services.​ Wir sind sehr zufrieden mit dem Ergebnis.“ freut sich Mark Bieri.

Vertrauensvolle Zusammenarbeit und flexible, skalierbare Software sind Erfolgsfaktoren

Die Anforderungen des Kunden an seine Online Plattform myKWS haben zur Entwicklung einer Software geführt, die von unserem Team in Hannover über einen längeren Zeitraum sukzessive konzipiert und (weiter-)entwickelt wird. Bei der Entwicklung sind zwei Erfolgsfaktoren entscheidend: Zum einen herrscht im Projekt eine ​beidseitig ​geschätzte und stets vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen der KWS und newcubator.

„Flexibilität in der Entwicklung, eine schnelle Kommunikation und gute Vorschläge für Lösungen sind uns in der Zusammenarbeit mit einem Dienstleister wichtig. Nur so können wir zielgerichtet Ergebnisse in hoher Qualität erreichen. In der Zusammenarbeit mit newcubator haben wir eine hohe Transparenz**​ und können jederzeit Fragen stellen, sei es im JIRA, telefonisch oder per Mail.“ so Mark Bieri.

Der zweite Erfolgsfaktor betrifft ganz klar die Architektur der Software. Diese muss flexibel gebaut und skalierbar für geänderte Marktanforderungen sein.

„Der Kunde und wir als sein Partner müssen stets agil auf neue Anforderungen reagieren können. Naturgemäß steigt mit der Zeit die Komplexität einer Software. Es ist daher wichtig, dass die Software damit umgehen kann und wir entsprechende Vorkehrungen treffen. Das haben wir ganz tief in unserem Projektteam für die KWS verinnerlicht.“ so Jörg Herbst, Managing Partner bei newcubator.

„Die Applikation ist​ hochgradig skalierbar und in der AWS-Cloud gehostet​. Wir selbst haben die Software auf Basis von Java und Angular entwickelt, daher kennen wir diese bis ins kleinste Detail. Dadurch hat KWS einen Implementierungspartner mit dem großen Vorteil, Synergien nutzen zu können, ohne dass sie selbst in ihrem Unternehmen Entwickler beschäftigen müssen.“

Dass Funktionalitäten dadurch manchmal ein wenig schneller umgesetzt und gelauncht werden können, ist ein weiterer Vorteil.

Das Beispiel der KWS zeigt deutlich, dass das Thema Digitalisierung überall stattfindet, nicht nur innerhalb der klassischen IT-Branchen. Natürlich wird in Zukunft weder das Saatgut selbst oder das Feld, das mit diesem Saatgut bestellt wird, digital sein, aber das ist auch nicht der Anspruch. Wichtig ist es, als Unternehmen um die Ecke zu denken und die Frage zustellen, wo das eigene Kerngeschäft durch digitale Lösungen unterstützt werden kann, umso noch attraktiver für den eigenen Kunden zu sein.

Unser Kunde KWS ist das beste Beispiel für einen gelungenen Mix aus offline-Kerngeschäft in einer offline-Branche ABER mit digitalen Angeboten, die wiederum von den KWS-Kunden geschätzt und genutzt werden.

Jetzt sind Sie dran! Sind sie auch in einer Branche, die augenscheinlich eher offline unterwegs ist? Welche digitalen Beratungsservices können Sie sich für Ihren Bereich vorstellen?

Kontaktieren Sie uns gerne über unseren Chat und vereinbaren Sie mit uns einen Termin, damit auch Ihre Idee digITal real wird.